Im Land der Windmühlen – Bad Skid in Amsterdam

14:14, Spiel auf 15. Universe Point. Downwind-Defense für Bad Skid. Gegenüber stehen die Amis von RiseUp Ultimate. Das ganze Stadion tobt. Das Ende dieses Vorbereitungsturniers für Bad Skid ist wohl weitestgehend bekannt. Doch auch der Weg in dieses atemberaubende Finale des Windmill Windups in Amsterdam war hart. 

Für Bad Skid war es die erste Teilnahme am wohl größten Ultimate-Turnier in ganz Europa, mit 40 teilnehmenden Open-Mannschaften, 24 Mixed- und 16 Frauen-Mannschaften. Nicht zuletzt wegen des ausgeklügelten Spielsystems „Swiss Draw“ in dem man ständig gegen Mannschaften auf seinem eigenen Niveau spielt gilt dieses Turnier auch als bestes Vorbereitungsturnier in Europa. Klar, dass dort der deutsche Meister nicht fehlen darf.

Im ersten Spiel ging es am Freitagmorgen gegen das israelische Nationalteam. Einfache Fehler und Unkonzentriertheiten in der Offense und der Defense führten dazu, dass sich ein relativ ausgeglichenes Spiel entwickelte, in dem kein Team es schaffte einen klaren Vorsprung herauszuarbeiten. Am Ende hieß es 15:11 für Bad Skid. Ein Ergebnis, das nur für 2 Power-Punkte reichte.

Anhand dieser Punkte wurde nun der neue Gegner für Bad Skid ermittelt. Der Computer spuckte MUC aus und so war im zweiten Spiel also die Mannschaft aus München an der Reihe. In dieses innerdeutsche Duell ging die Mannschaft hochmotiviert und hoch konzentriert mit der festen Absicht keine unnötigen Gegenpunkte zuzulassen, um möglichst viele Power-Punkte zu erzielen. Dies gelang am Anfang nicht perfekt, doch im Spielverlauf konnte sich das Team immer weiter steigern und so gelang es den Münchnern ein 15:5 abzutrotzen welches die Position im Ranking stark veränderte.

Im Abendspiel kam es dann für den 4. Im Ranking Bad Skid zu einem auseinandertreffen mit den drittplatzierten CamboCakes aus Amsterdam. Ein mehr oder weniger unspektakuläres Spiel, in dem die Holländer der souveränen Leistung des deutschen Meisters nichts entgegenzusetzen hatten, endete schließlich ebenfalls 15:5. Das anschließende Brechi-Golfen, indem alle Spieler ihre Scheibe so nahe wie möglich an die Brechstange heranwerfen müssen, ohne diese jedoch zu treffen endete mit einer Schweizer Niederlage. An gleicher Stelle sollte sich 24 Stunden später erneut eine Schweizer Niederlage ereignen, dazu jedoch später mehr.

Am Samstagmorgen kam es dann zu dem Spiel, das von allen herbeigesehnt wurde. Auf dem Plan stand das Team der RiseUpCoaches aus Amerika. Unter ihnen mit Ben Wiggins und Mario O’Brien sicherlich einige der bekanntesten Namen der Ultimate Szene. Höchst motiviert und voller Vorfreude trafen sich also 20 Bad Skid Spieler eine Stunde vor dem Spiel um sich für dieses Duell warm zu machen. Mit dieser Konzentration und dem nötigen Wille den Amerikanern alles entgegenzusetzen was Heilbronn an Ultimate-Kompetenz zu bieten hat startete die O-Line in das Spiel und punktete. Auch die D-Line von Bad Skid lieferte eine hervorragende Leistung ab und konnte schnell für einen Break sorgen. Es entwickelte sich das heiß umkämpfte Spiel mit einigen starken Aktionen auf beiden Seiten. Immer wieder gelang es Bad Skid jedoch den einen Schritt mehr zu machen, oder den einen Swing-Pass mehr zu spielen und sich somit in eine bessere Ausgangslage zu bringen. Schließlich endete das Spiel mit einem 15:12 Erfolg für die Deutschen und sichtlich beeindruckten Amerikanern.

Mit nur wenig Pause ging es dann direkt in das Spiel gegen Freespeed aus Basel. Der immer stärker werdende Wind machte beiden Mannschaften zu schaffen, doch die Schweizer schafften es immer wieder mit langen Würfen zu überzeugen und bestraften so Fehler ein ums andere Mal. Schon zur Halbzeit lag Bad Skid mit 3 Punkten zurück und trotz jeder Anstrengung diesen Rückstand noch aufzuholen gelang es nicht, den Freespeedlern den Schneid abzukaufen. Mit einer 13:10 Niederlage verließen nun also die deutschen das Feld.

Schlecht gelaunt, aufgrund dieser Niederlage und wahrscheinlich noch leicht unkonzentriert musste Bad Skid jedoch dann schon relativ schnell in das Viertelfinale gegen Gent antreten. Auf dem nun in Windrichtung liegenden Spielfeld war das Ultimate spielen zu diesem Zeitpunkt schon fast nicht mehr möglich. Gegen den Wind zu punkten erwies sich als extrem schwer. Im Kopf wohl noch immer beim Spiel gegen Basel machte Bad Skid den Fehler bei diesem Wind vor der eigenen Endzone spielen zu wollen und schenkte Gentle so gleich zu Beginn des Spiels 2 Upwindbreaks. Beim Spielstand von 4:0 schien vieles an diesem anfangs so erfolgreichen Tag in die falsche Richtung zu laufen. Eine komplette Umstellung der Taktik und eine extreme Steigerung in der Defense verhalfen Bad Skid jedoch wieder in den Sattel und auch zur 8:7 Führung in der Halbzeit. Es wurde ein dramatisches Spiel welches am Ende deutlich vom Wind bestimmt wurde und so kam es zu alles entscheidenden Universe-Point, welcher schließlich zum äußerst knappen Sieg für Bad Skid führte.

Und so kam es, wie es kommen musste, im Halbfinale stand erneut Freespeed aus Basel auf dem Programm. Beide Mannschaften hatten schon gelernt, dass Ultimate spielen bei diesem Wind kaum möglich war und so war lang werfen und schauen was passiert die einzige Möglichkeit in diesem Spiel. Als erstes gelang dann Bad Skid ein Upwind-Punkt und vieles deutete an dieser Stelle auf eine Revanche für das Spiel am Morgen hin. Doch die Basler wehrten sich und auch ihnen gelang ein Upwind-Punkt. Kurz vor Ende des Spiels dann der harte Schlag. Noch ein Upwind-Punkt für Freespeed, das Spiel schien verloren. Beim 13:12 für Freespeed und Spiel auf 14 musste die O-Line von Bad Skid nun gegen den Wind punkten. Etwas das im Spiel genau 1 mal gelungen war, musste nun geschehen. Und es geschah! Ein einziger Punkt, eine einzige Offense, drehte nun das ganze Spiel. Nun hatte die D-Line von Bad Skid alle Trümpfe in der Hand um das Spiel mit einem Downwind-Punkt zu beenden. Ein hart umkämpfter Punkt mit hart kämpfenden Schweizern führte jedoch zum glücklichen Ende und zum Finaleinzug für Bad Skid.

Der Sonntag stand dann im Zeichen des Finals gegen die Amerikaner von RiseUp. Ein kurzes Anschwitzen am Morgen und ein ausgedehntes Warm-Up vor dem Spiel stimmten das ganze Team auf ein denkwürdiges Finale ein. Zu diesem Spiel gibt es eigentlich nichts zu sagen. Man sollte es sich wohl einfach anschauen.

 

Bad Skid bedankt sich bei all den treuen Fans und all denen, die im Finale auf der Tribüne die 2 magischen Wörter gebrüllt haben.

 

 Bad Skidforever !

 

Sehr gute Berichte und Videos vom Windmill gibt es bei Skyd Magazine

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